Synektik
Synektik
Definition
Synektik ist eine systematische Kreativitäts- und Problemlösungsmethode, die darauf abzielt, neue Denkweisen anzuregen, indem bewusst Analogieformen und Verfremdungstechniken eingesetzt werden.
Ihr Leitprinzip lautet:
➡️ „Vertrautes fremd und Fremdes vertraut machen.“
Die Methode wurde von William Gordon und George Prince entwickelt und verbindet intuitive Einfälle, bewusste Perspektivwechsel und strukturierte Analyse, um innovative Lösungen zu erzeugen.
Ziele der Synektik
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Förderung kreativen Denkens durch das Aufbrechen üblicher Denkmuster
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Entwicklung innovativer Lösungen, die über naheliegende Ideen hinausgehen
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Übertragung fachfremder Prinzipien (Natur, Technik, Kunst) auf reale Probleme
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Aktivierung emotionaler und intuitiver Denkprozesse
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Stärkung der gruppendynamischen Kreativität
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Erzeugung ungewöhnlicher, überraschender Problemzugänge
Vorteile
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✔ Hoher Innovationsgrad durch Nutzung ungewöhnlicher Vergleichs- und Analogietechniken
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✔ Strukturierter Prozess, der Kreativität gezielt führt
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✔ Überwindung von Denkblockaden
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✔ Starker Perspektivwechsel, da Natur-, persönliche und symbolische Analogien genutzt werden
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✔ Besonders geeignet für komplexe Probleme, für die es noch keine klaren Lösungen gibt
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✔ Fördert Teamkreativität und gemeinsames Denken
Nachteile
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✘ Zeitintensiv, da die Methode mehrere kreative Schritte umfasst
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✘ Erfordert Moderationserfahrung, um die Analogieprozesse richtig zu steuern
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✘ Für ungeübte Gruppen anfänglich ungewohnt oder abstrakt
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✘ Kann für einfache Probleme überdimensioniert sein
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✘ Ergebnisse variieren, je nach Teamzusammensetzung und Kreativitätsniveau
Die 10 Schritte der Synektik
| Schritt | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 1 | Problemdefinition | Das Problem wird klar, präzise und gemeinsam formuliert. |
| 2 | Spontane Lösungen | Erste intuitive Einfälle werden gesammelt – ohne Bewertung. |
| 3 | Neuformulierung | Das Problem wird aus neuen Blickwinkeln umformuliert. |
| 4 | Direkte Analogien 1 | Analogie aus anderen Bereichen (Natur, Technik, Biologie) wird gesucht, um Inspiration zu finden. |
| 5 | Persönliche Analogien | Teilnehmer versetzen sich emotional oder körperlich in das Problem hinein („Ich bin das Problem…“). |
| 6 | Symbolische Analogien / Kontradiktionen | Das Problem wird als Metapher oder Paradox ausgedrückt. |
| 7 | Direkte Analogien 2 | Neue direkte Analogien passend zur symbolischen Analogie werden entwickelt. |
| 8 | Analogieanalyse | Die Analogien werden untersucht: Welche Prinzipien kann man auf das reale Problem übertragen? |
| 9 | Force-fit | Übertragung der Analogien auf das Ausgangsproblem → konkrete Lösungsansätze. |
| 10 | Lösung | Umsetzung: Ausarbeitung klarer, anwendbarer Lösungen. |
Beispiel: Entwicklung einer tropffreien Trinkflasche
| Schritt | Beispiel |
|---|---|
| 1 – Problemdefinition | „Unsere Trinkflasche tropft und ist unterwegs schwer zu bedienen.“ |
| 2 – Spontane Lösungen | Sportventil, Magnetverschluss, kleiner Trichter, selbstschließend. |
| 3 – Neuformulierung | „Wir brauchen eine Flasche, die sich nur öffnet, wenn jemand trinkt.“ |
| 4 – Direkte Analogien 1 | Natur: Kaktus speichert Wasser, Seehund-Nase verschließt sich. |
| 5 – Persönliche Analogie | „Ich bin die Flasche und öffne mich nur, wenn ich gebraucht werde.“ |
| 6 – Symbolische Analogie | „Die Flasche ist wie ein Safe, der sich nur beim richtigen Impuls öffnet.“ |
| 7 – Direkte Analogien 2 | Technik: Druckventil, kontaktgesteuerte Türen, Sensor-Schalter. |
| 8 – Analogieanalyse | Prinzip: Öffnung nur bei Druck/Impuls → kein unkontrolliertes Austreten. |
| 9 – Force-fit | Umsetzungsidee: drucksensitives Ventil, das nur beim Trinken öffnet. |
| 10 – Lösung | „Selbstschließende Trinkflasche mit intelligentem Druckventil – 100 % tropffrei.“ |

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